Unsere Website ist nicht für deine Browserversion optimiert.

Seite trotzdem ansehen

Basler Schüler schwach in Franz – Mitte verlangt Antworten

22. Mai 2025 – Heute wurde der nationale Bericht zu der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2023 veröffentlicht. Die Resultate für den Kanton Basel-Stadt zeigen ein durchzogenes Bild. Im Fach Französisch zeichnet sich ein deutliches Versagen des Schulsystems ab.

Die Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarschule in Basel-Stadt erreichen die von der Erziehungsdirektorenkonferenz definierten nationalen Bildungsziele («Grundkompetenzen») in unterschiedlichem Ausmass: Im Deutsch erreichen 77% die Grundkompetenzen im Lesen und 81% in der Orthographie. Im Fach Englisch erfüllen 87% die Vorgaben im Hörverstehen und 75% im Leseverstehen.

Besonders alarmierend sind die Leistungen im Fach Französisch. Nur 55% der Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarschule erreichen beim Hörverstehen die Grundkompetenzen – beim Leseverstehen sogar lediglich 46%. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte aller Schulabgänger versteht kaum Französisch, obwohl das Fach seit der Primarschule unterrichtet wird.

Erziehungsdepartement redet Situation schön

Trotz dieser ernüchternden Zahlen versucht das Erziehungsdepartement Basel-Stadt in seiner heute veröffentlichten Medienmitteilung die Situation zu relativieren, indem auf den gesamtschweizerischen Durchschnitt verwiesen wird. Dabei wird verschwiegen, dass auch dieser Durchschnitt im Fach Französisch sehr tief liegt, was nicht als Entschuldigung, sondern als deutliches Zeichen für ein strukturelles Problem im Französischunterricht gewertet werden muss.

Franz-Methodik auf dem Prüfstand

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die methodisch-didaktische Ausrichtung des Französischunterrichts in Basel-Stadt zielführend ist, und zwar insbesondere auch das Frühfranzösisch, das bereits in der Primarschule beginnt. Es stellt sich überdies die Frage, ob es das Frühfranzösisch abzuschaffen oder deutlich zu reduzieren gilt, um stattdessen auf einen späteren, dafür nachhaltigeren Französischunterricht zu setzen.

Für Marco Natoli, Vizepräsident der Mitte Basel-Stadt und Erziehungsrat, ist klar: «Die aktuellen Resultate sind ein Weckruf. Es braucht eine ehrliche Analyse statt beschönigender Durchschnittsvergleiche – und konkrete Schritte zur Verbesserung der Französischkompetenzen, damit Basel-Stadt seinen Anspruch an eine solide schulische Grundbildung wieder erfüllen kann.»

Mitte verlangt Antworten

Die Mitte Basel-Stadt wird deshalb eine Interpellation im Grossen Rat einreichen mit folgenden zentralen Fragen:

  • Wie bewertet der Regierungsrat die Wirksamkeit des methodischen Ansatzes im Französischunterricht in Basel-Stadt im Hinblick auf die angestrebten Lernziele und Lernergebnisse (Grundkompetenzen)?
  • Welche Konsequenzen zieht der Regierungsrat aus der schlechten Erfolgsquote im Fach Französisch?
  • Inwiefern führen die vorliegenden Ergebnisse dazu, die bildungspolitische Strategie des Frühfranzösischs in Basel-Stadt zu überdenken oder weiterzuentwickeln?

Kontakt

Engagiere dich